
Die
Mühlen sind eine Anlage mit technischen Einrichtungen
zum Zerkleinern von festen Körpern. Man unterscheidet die Mühlen nach der
Antriebsart: Windmühle, Wassermühle, Dampfmühle und Motormühle. Je nach
dem Mahlgut werden die Mühlen eingeteilt, z.B. in Getreidemühle, Ölmühle,
Kohlenstaubmühle oder Zementmühle.
Nach der Maschinenart wird ebenfalls
unterschieden. So gibt es eine Mühle mit Mahlsteinen, eine Walzenmühle, eine
Rohrmühle, eine Kegelmühle oder eine Kugelmühle.
Müller und Mühle spielten in der Volkskultur von jeher eine besondere
Rolle. In früherer Zeit galt die Mühle vor allem als ein Ort dämonischer
Umtriebe. Die meist häufig isolierte Lage und die Unkenntnis der einfachen
Leute mögen sicher zu dieser Meinung beigetragen haben. Die Geräusche die von
den Mühlen ausgingen, taten sicher ihr übriges. Viele Märchen und Sagen ranken sich um die Mühlen und die Müllerleute.
Die Mühlen in Mecklenburg-Vorpommern
gehören zur Landschaft des nordöstlichsten Bundeslandes in Deutschland. Im
Laufe von Jahrzehnten haben sich die Mühlen sehr gewandelt, einerseits im
Aussehen und andererseits in der Funktion. Neben den Windmühlen gab es aber
noch Wassermühlen, die eigentlich viel älter sind. Einst
waren die Müller in den Mühlen zu Hause und mahlten das Korn zu Mehl und
Schrot für die umliegenden Bauern und Bäckereien. Dazu wurde die natürlichste
Energie verwendet, die es auf der Erde gab – die Windenergie. Erst im Laufe
der Zeit nutzten die Müller die moderneren Energiequellen.
Heute sind viele Mühlen im Lande nicht mehr existent, oder sie befinden sich in
einem verwahrlosten Zustand. Andere wiederum sind liebevoll und aufwendig
restauriert worden und dienen heute als gastronomische Einrichtungen, Hotels
oder Museen. Die einzige noch funktionstüchtige Windmühle steht in Dabel
(Landkreis Parchim).
Bei
den Windmühlen wird nach der Bauart unterschieden. So kennen wir von alten
Zeichnungen her die Bock- oder Kastenmühle. Bei diesem Typ musste das gesamte Mühlengehäuse
mit dem Mahlwerk in den Wind gedreht werden. Vertreter dieser Mühlenart sind
z.B. die Bockwindmühle und die Paltrockmühle.
Seit dem 17. Jahrhundert etwa setzte sich die Holländermühle durch. Im
Gegensatz zu den Kastenmühlen wurde nur noch der obere Teil mit den Flügeln in
den Wind gedreht. Dieses hatte mehrere Vorteile. Zum einen war die
Standfestigkeit des Gebäudes wesentlich erhöht worden und eine so genannte Königswelle
(die Hauptachse) mit einem Zahnradgetriebe erlaubt mehrere Mahlgänge
gleichzeitig.
Die Holländer-Windmühlen werden unterschieden nach der
ErdHolländerMühle,
der Galerie-Holländer-Mühle oder der Steinerne Turm-Holländer-Mühle.
|

|
 |
|
Windräder
bei Kladrum |
Windrad
bei
Hohen Pritz |
Die heutigen Windmühlen haben nicht nur ein völlig verändertes
Aussehen, sondern auch eine ganz andere Aufgabe. Sie dienen der alternativen
Erzeugung von elektrischer Energie. Im Flächen-Bundesland
Mecklenburg-Vorpommern gibt es im ausgehenden 20. Jahrhundert 704 Windkraftanlagen, die eine Energie von
457,0 Megawatt erzeugen. Der größte Windpark
steht mit 18 Windrädern nahe der Ortschaft Kladrum im Landkreis Parchim.
Wenn
es auch unterschiedliche Auffassungen über diese Energieerzeugung gibt, so prägen
sie die Landschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts im Norden Deutschlands.
nach oben
Mühlen in Mecklenburg-Vorpommern

| Die Bedeutung
der Stellung der Flügel |
|
Durch die Stellung der Flügel zeigte der Müller
früher die Verbundenheit mit seiner Umwelt in Freud und Leid. Die
Flügel stellte er in Wochentagen als gerades Kreuz in Ruhestellung, an Feiertagen
standen sie als schräge Schere. Während der kirchlichen Zeremonie
einer Hochzeit standen die Flügel als Freudenschere.
Hatte der Mühlbezirk einen Todesfall, hielt man die
Mühle in der "Trauerschere" an, wenn der Trauerzug sich
näherte und die Glocken läuteten.
Wurde im Mühlenhaus selbst eine Hochzeit gefeiert, blieben die Flügel
einen ganzen Tag in der entsprechenden Stellung stehen und kündeten bis
weit ins Land vom Ereignis |
